Stuttgarter Verfahren: Ermittlung des gemeinen Werts von nicht notierten Anteilen an Kapitalgesellschaften

Inhaltsverzeichnis: Unternehmensbewertung

Bewertung GmbH Anteile  Ertragswertverfahren  Unternehmensbewertung nach dem Stuttgarter Verfahren

Ermittlung des Ertragswerts

(1) Bei der Anteilsbewertung kommt es auf den voraussichtlichen künftigen Jahresertrag an. Für die Schätzung dieses Jahresertrags bietet der bisherige tatsächlich erzielte Durchschnittsertrag eine wichtige Beurteilungsgrundlage. Er ist deshalb möglichst aus den Betriebsergebnissen der letzten 3 Jahre vor dem Stichtag herzuleiten. Auszugehen ist dabei vom jeweiligen zu versteuernden Einkommen nach §§ 7 und 8 KStG.

 

 

Hier finden Sie das Ertragswertverfahren ausführlich beschrieben sowie eine online Unternehmensbewertung nach dem Ertragswertverfahren.

 

Das sich ergebende Einkommen ist noch wie folgt zu korrigieren:

Hinzuzurechnen sind

Sonderabschreibungen oder erhöhte Absetzungen, Bewertungsabschläge, Zuführungen zu steuerfreien Rücklagen sowie Teilwertabschreibungen. Es sind nur die normalen Absetzungen für Abnutzung zu berücksichtigen. Diese sind nach den Anschaffungs- oder Herstellungskosten und der gesamten Nutzungsdauer zu bemessen. Die normalen Absetzungen für Abnutzung sind auch dann anzusetzen, wenn für die Absetzungen in der Steuerbilanz vom Restwert auszugehen ist, der nach Inanspruchnahme der Sonderabschreibungen oder erhöhten Absetzungen verblieben ist;

Absetzungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert oder auf firmenwertähnliche Wirtschaftsgüter;

ein Verlustabzug (Verlustrücktrag oder Verlustvortrag), auch wenn er in einem Jahr außerhalb des für die Ermittlung des Durchschnittsertrags maßgebenden Zeitraums entstanden ist;

einmalige Veräußerungsverluste;

steuerfreie Vermögensmehrungen;

Investitionszulagen, soweit in Zukunft mit weiteren zulagebegünstigten Investitionen in gleichem Umfang gerechnet werden kann.

Abzuziehen sind

einmalige Veräußerungsgewinne sowie Gewinn erhöhende Auflösungsbeträge steuerfreier Rücklagen;

die Vermögensteuer mit dem veranlagten Jahresbetrag;

die übrigen nichtabziehbaren Ausgaben — einschließlich des Solidaritätszuschlags — mit Ausnahme der Körperschaftsteuer. Aufsichtsratsvergütungen sind zur Hälfte abzuziehen;

die Tarifbelastung auf die nichtabziehbaren Ausgaben im Sinne der Buchstaben b) und c). Die Höhe der Tarifbelastung bestimmt sich nach der Gleichung 

Steuersatz in v. H.  x 100 v. H.  

100 - Steuersatz in v. H.  

Das Betriebsergebnis ist für jeden Veranlagungszeitraum gesondert zu berechnen.

(2) Von dem Betriebsergebnis nach Absatz 1 kann ein Abschlag bis zu 30 v. H. bei Kapitalgesellschaften gemacht werden, bei denen ohne Einsatz eines größeren Betriebskapitals (BFH-Urteil vom 6.4.1962, BStBl 1962 III S. 253) der Ertrag ausschließlich und unmittelbar von der persönlichen Tätigkeit des Gesellschafter-Geschäftsführers abhängig ist, ohne dass dies bereits durch ein entsprechendes Entgelt abgegolten wird. In Betracht kommen die Gesellschaften von Angehörigen freier Berufe, z. B. Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, sowie bestimmter selbständiger Gewerbetreibender, z. B. Handelsvertreter, Makler oder Unternehmensberater. Dagegen ist einer handwerklich tätigen GmbH, die unter Einsatz eines nicht unwesentlichen Betriebskapitals eine Anzahl qualifizierter Arbeitskräfte beschäftigt, kein Abschlag zu gewähren (BFH-Urteil vom 18.8.1993, BStBl 1994 II S. 9).

(3) Die Summe der gegebenenfalls um einen Abschlag nach Absatz 2 gekürzten Betriebsergebnisse der letzten 3 Veranlagungszeitrume vor dem Stichtag ist durch 3 zu dividieren und ergibt den Durchschnittsertrag. Zur Abgeltung aller Unwägbarkeiten ist der Durchschnittsertrag um einen Abschlag von 15 v. H. zu mindern; das Ergebnis stellt den Jahresertrag dar.

(4) Der Jahresertrag ist wie bei der Dividendenberechnung mit dem Nennkapital der Gesellschaft (Abschnitt 5 Abs. 2) zu vergleichen. Der sich ergebende Hundertsatz ist der Ertragshundertsatz, der für die weiteren Berechnungen maßgebend ist.

Beispiel:

Betriebsergebnis 
für 19928.000 DM
für 199312.000 DM
für 199410.000 DM
 30.000 DM
Durchschnittsertrag10.000 DM
abzüglich von 15 v. H. von 10 000 DM- 1.500 DM
Jahresertrag8.500 DM
Nennkapital100.000 DM
Ertragshundertsatz8.500 DM=8,5 v. H.
100.000 DM

Ergibt sich aus den Betriebsergebnissen ein negativer Durchschnittsertrag, ist von 0 v. H. als Ertragshundertsatz auszugehen. Eine weitere Herabsetzung des auf der Grundlage eines Ertragshundertsatzes von 0 v. H. ermittelten gemeinen Werts kommt nur in Betracht, wenn die am Stichtag vorhandenen objektiven Verhältnisse auf einen baldigen Zusammenbruch des Unternehmens hindeuten (BFH-Urteil vom 10.5.1989, BStBl 1989 II S. 752).

 

Wenn Sie einen Unternehmenswert nach der Unternehmensbewertungsmethode des Stuttgarter Verfahrens benötigen, dann können Sie sich an Dipl.-Kfm. Michael Schröder, Steuerberater wenden.

 

Ein online Berechnungsformular für die Anteilsbewertung nach dem Stuttgarter Verfahren finden Sie hier. Alternativ gibt es den Stuttgarter Verfahren Rechner sowie weitere kostenlose Software zum Download:

 

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